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    <title>Geschehenes (Neuigkeiten von David)</title>
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    <title>Geschehenes</title>
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    <title>Berlin</title>
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    <description>Ein gutes Vierteljahr ist es nun her, dass ich aus Amerika wieder zurück nach Berlin gekommen bin. Mein Blog lag zwischenzeitlich brach, ist nun aber umgezogen und wieder da. Vom Studieren und Reisen in Amerika hatte ich immer viel zu erzählen. Vor allem aber hatte ich einen Blick für all das Interessante und Wunderliche, das mir begegnet ist. Zurück in meiner altbekannten Wahlheimat fehlt mir das leider immer wieder. Dabei ist Berlin wohl einer der vielfältigsten Orte auf diesem Planeten und ständig ist etwas Berichtenswertes los. Deswegen, und weil ich das Bloggen lieb gewonnen habe, werdet Ihr hier weiterhin Berichte und Anekdoten aus meinem Leben lesen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist viel passiert in der Zwischenzeit: Ich habe drei Monate lang für das Fachlektorat Philosophie eines großen deutschen Wissenschaftsverlags gearbeitet - als unbezahlter Praktikant. Das halte ich zwar für unverschämt, aber es war schlicht eine Investition in meine Fähigkeiten und besonders in Kontakte. Und es hat sich meines Erachtens auch sehr ausgezahlt. Während dessen haben Kilu und ich uns nach einer neuen Wohnung umgesehen und im wundervollen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Kreuzberg&quot;&gt;Kreuzberg&lt;/a&gt;, mit der Bergmannstraße und dem &lt;a href=&quot;http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/10/Viktoriapark_waterfall.jpg/800px-Viktoriapark_waterfall.jpg&quot;&gt;Viktoriapark&lt;/a&gt; vor der Haustür, auch unser Traummodell gefunden. Das Umziehen hat aber natürlich eine Menge Geld, Zeit und Kraft gekostet, sodass ich erst seit kurzem so langsam wieder zum Philosophieren komme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Semester schließe ich mein Studium dann auch ab. Ich laufe zwar noch ein letztes Mal als Tutor auf (ich fühle mich schon wie ein alter Haudegen), aber schreibe ansonsten nur noch meine Magisterarbeit. Noch stecke ich in den letzten Zügen des administrativen Chaos davor (Prüfungsthemensuche, Hetzen von Sprechstunde zu Sprechstunde und schließlich Prüfungsanmeldung). Daher sind meine gleichzeitigen Versuche mit dem Schreiben anzufangen noch recht unfruchtbar und konfus. Aber bald komme ich bestimmt endlich richtig rein. Ich habe mich auch schon verpflichtet, eine Vorabversion in einem Colloquium zu verteidigen. Schon alleine deswegen werde ich bald etwas Lesbares produzieren müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist mir im Übrigen etwas passiert, das sich hervorragend eignet, um diesen kurzen Beitrag abzuschließen und meine Neuigkeiten aus Berlin einzuläuten: Beim Spazierengehen lief uns ein unkoordiniert wankender Mittfünfziger in einer Trainingshose über den Weg. Auf seinem T-Shirt war ein schlecht gezeichneter Münzschlitz mit der Aufschrift &quot;insert coin here&quot; zu sehen, über dem allen ernstes &quot;Sex Maschine&quot; (mit dem &apos;s&apos;!) zu lesen war. Das hat einen wunderbar milden Herbsttag wahrlich vergoldet.</description>
    <dc:creator>.david.</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
    <dc:date>2008-10-21T20:25:01Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259937/">
    <title>Vancouver</title>
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    <description>Ich bin gerade vor meinem Flug nach Berlin für eine Nacht noch einmal in Palo Alto und habe ein paar schöne Tage in Vancouver verbracht. Einem Bekannten von mir hatte ich beim Bier von dieser Reise erzählt und er gab mir die E-Mail-Adresse seines Freunds Richard, der dort lebt. Der wiederum lud mich direkt ein auf seiner Couch zu schlafen und war ein netter und herzlicher Gastgeber. Richard ist ein mittlerweile pensionierter lutheranischer Pfarrer, der in den 70ern neun Jahre lang in Deutschland lebte und daher einige Geschichten von damals auf Lager hatte. Er benutzt beim Erzählen eine ungewöhnliche Bandbreite verschiedener Stimmlagen - wahrscheinlich färbt das Predigen auf den Alltag ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Zeit in Vancouver verbrachte ich wieder hauptsächlich mit Laufen. Es gibt dort einen sehr großen Park direkt am Meer, mit verschiedenen netten Aussichtspunkten, einem Wasserspielpark für Kinder und einem großen Aquarium. Letzteres fand ich eher anstrengend, weil wirklich viel zu viele Kinder und Kinderwagen da waren. Dafür konnte man aber eine Belugamutter mit jungem Kalb sehen, um die es einen Knut-ähnlichen Hype zu geben scheint. Die &lt;a href=&quot;http://www.vanaqua.org/belugacam/&quot;&gt;Belugas&lt;/a&gt; (und die &lt;a href=&quot;http://www.vanaqua.org/ottercam&quot;&gt;Otter&lt;/a&gt;) kann man sogar per Webcam beobachten. Noch besser fand ich allerdings das Kunstmuseum, in dem es die nach eigenen Angaben erste &lt;a href=&quot;http://www.vanartgallery.bc.ca/the_exhibitions/exhibit_krazy.html&quot;&gt;Ausstellung&lt;/a&gt; gab, die Comics, Mangas, Animes, Videospiele und animierte Filme aller Art in einen gemeinsamen Kontext setzt. Weiter oben wurden zwei Performance-Künstler gezeigt, &lt;a href=&quot;http://www.vanartgallery.bc.ca/the_exhibitions/exhibit_zhang_huan.html&quot;&gt;Belmore&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://www.vanartgallery.bc.ca/the_exhibitions/exhibit_zhang_huan.html&quot;&gt;Huan&lt;/a&gt; , was mich in eine Art faszinierten Verstörungszustand versetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich erging es mir auf dem Jazz-Festival, das zufälligerweise gerade an meinem langen Wochenende in Vancouver begann. Dort besuchte ich nämlich zum ersten Mal ein Free Jazz Konzert und musste mich ein wenig anstrengen Strukturen in dem scheinbar von den Musikern jeweils autistisch erzeugten Gesamtgeräuschteppich zu erkennen. Es überwog jedoch deutlich die Faszination, besonders dann, wenn der Bassist mit angestrengtem Gesicht unerahnte Töne produzierte oder der Schlagzeuger sehr Unkonventionelles auf die Snare warf (Teller und Handtücher beispielsweise). Doch das Jazzfestival war nicht das einzige unerwartete Großevent, in das ich hereinstolperte. Nach einer Fahrt in einem Aquabus (eine Art Minibootlinie) geriet ich in ein großes Drachenbootrennen und hatte ein nettes Schwätzchen mit einem Ingenieur aus Portland, dessen Frau die Einpeitscherin einer der Teams war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Herumstromern durch die verschiedenen und angenehm unterschiedlichen Stadtteile Vancouvers &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/20080624Vancouver?authkey=6BSYVSafGW4#slideshow&quot;&gt;machte ich nicht nur viele Bilder&lt;/a&gt;, sondern auch schöne Bekanntschaften. An einem Abend hatte ich nämlich ein Ticket für einen Aussichtspunkt über die Stadt gekauft und den Blick und die Abendsonne genossen, wollte aber das für einen ganzen Tag gültige Ticket nicht ungenutzt wegwerfen. Als mir drei Kerle mit Kameras und teils niederländischen Akzenten über den Weg liefen, drückte ich es ihnen daher einfach in die hand und wir unterhielten uns kurz. Just am nächsten Tag trafen wir uns dann im Ethnologischen Museum zufällig wieder und sahen gemeinsam eine Ausstellung über die Ureinwohner Kanadas und Alaskas. Und da wir uns gut verstanden luden mich die drei ein mit zu einer großen Hängebrücke in einem Park etwas nördlich der Stadt zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kevin und Remco sind tatsächlich Niederländer, die ihren Cousin Brian hier besuchen und gerade am Anfang einer vierwöchigen Riesentour durch Kanada stehen. Mit Brians Freundin Morgan und einem Kofferraum voll Picknickproviant fuhren wir dann tatsächlich zu der Hängebrücke und wanderten ein wenig den dazugehörigen Fluss in einem kleineren Nationalpark entlang. Wir entschieden uns übrigens für die kleinere von zwei Hängebrücken im Umland Vancouvers. Die andere ist die größte und längste Hängebrücke der Welt und kostet knapp $30 Eintritt, während die andere nur unwesentlich kleiner und kürzer, dafür aber kostenlos ist. Abends trafen wir uns dann zu einer Kneipentour wieder, die es ziemlich in sich hatte. Brian und Morgan scheinen hier in so ziemlich jeder Kneipe einen Deckel zu haben, auf den sie anschreiben lassen können, und kennen vermutlich jeden einzelnen Kneipier persönlich. Zumindest zahlten sie für unsere Getränke fast gar nichts (in der ersten Kneipe beispielsweise $20 für acht Leute mit je mehreren Bieren) und die Nacht war dementsprechend lang und rauschend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meinen nächsten und letzten Tag verbrachte ich daher etwas ruhiger und begann mit einem Bummel über den Punjabi-Markt und einem überfallartigen Sturm auf ein indisches Mittagsbüffet. In einem Café, in dem ich am Nachmittag eine Pause machte, fragte ich einen anderen Gast nach dem Internetpasswort und wurde daraufhin in der folgenden halben Stunde mit erschreckender Regelmäßigkeit von ihm über Primzahlen und seine Kopfrechenfähigkeiten vollgetextet. Ich schaffte es aber dennoch mich einigermaßen zu entspannen und schlenderte danach weiter zu dem Jazzkonzert, das ich mir mit Richard zum Abschluss ansah. Nun bin ich wieder kurz in Palo Alto, nach einem verkorksten Rückreisetag mit verspätetem Flug, und habe Helen noch einmal getroffen und meine Koffer fertig gepackt. In ein paar Stunden sitze ich im Flieger nach Berlin...</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
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    <title>Seattle</title>
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    <description>Ich sitze gerade in der Bibliothek in Downtown Seattle, einem tollen Koolhaas-Gebäude mit kostenlosem Internetzugang sowie Büchern und Filmen für jeden. Mein Reiserucksack wartet am Bahnhof auf mich und gleich mache ich mich auf den Weg nach Vancouver. Ich habe hier drei wunderbare, entspannte Tage verbracht - in dem &lt;a href=&quot;http://www.hostelseattle.com/&quot;&gt;besten Hostel&lt;/a&gt;, das ich bislang kenne. Es lag zwar etwas außerhalb, hatte dafür aber Seeblick, wunderbar neue und blitzsaubere Küche und Badezimmer und sehr nette Leute, mit denen ich schöne Abende verbracht habe. Das war besonders wertvoll als ich ziemlich abgekämpft hier aus Portland ankam. Das Nahverkehrssystem hier ist ein wenig gewöhnungsbedürftig und hatte mich, der ich ohnehin übermüdet war, ziemlich genervt. Wahrscheinlich war ich aber auch noch vom Bahnhof in Portland beeindruckt, in dem ich die vermutlich unpraktischste Zug-Organisation der Welt erlebt hatte: Die Tickets kann man erst online bestellen, muss sie dann am Automaten am Bahnhof abholen, dann nach einer langen Schlange mit dem Ticket einen Sitzplatz zugewiesen kriegen und dann in einer noch längeren Schlange mit warten bis man mit Ticket und Sitznummer zum Gleis gelassen wird. Ich halte das für eine Leistung!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier in Seattle bin ich vor allen Dingen wieder viel gelaufen, habe die üblichen Wahrzeichen der Stadt gesehen, und &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/20080619Seattle?authkey=bZw1Nvpw_5Y#slideshow&quot;&gt;ein paar Bilder&lt;/a&gt; gemacht. In der Gegend der Uni war ich aber auch in einigen Parks und Gärten unterwegs und habe eine Buchhandlung gefunden, die nur Lyrik verkauft. Es ist eine von nur zwei in den ganzen USA, doch deren Überleben ist trotzdem bewundernswert. In einem Science Fiction Museum sah ich Ripley&apos;s Waffe aus Alien I und habe eine unmissverständliche Einladung eines nicht sehr sympathischen schwulen Pärchens ausgeschlagen. In dem Musikmuseum nebenan wurde ich zwar nicht angebaggert, sah aber eine Ausstellung über Jimi Hendrix und Eric Claptons ehemalige Lieblingsgitarre. Auch insgesamt sind mir viele wunderliche Leute über den Weg gelaufen, die beispielsweise Passanten beschimpften oder einfach nur herumbrüllten. An der Bushaltestelle beim Hostel lief mir an einem Tag sogar zweimal derselbe Gothic-Typ mit (vermutlich) zweimal derselben Schlange auf den Schultern über den Weg und schaute mich streng an. Viele andere Gäste im Hostel hatten ähnliche Geschichten auf Lager.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht liegt es aber auch an Seattle selbst oder zumindest einer gewissen Tradition von wunderlichen Gestalten. In einer Untergrundführung habe ich nämlich folgendes über die &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Seattle&quot;&gt;Geschichte der Stadt&lt;/a&gt; erfahren: Ursprünglich wurde die Stadt auf Meereshöhe gebaut, nachdem man den sandigen Boden einfach mit Sägespänen zugekippt hatte. Deswegen sank aber alles nach und nach ein und die Leute waren ziemlich verzweifelt. Ein großes Feuer 1889, das 33 Blocks völlig verwüstete, nahm die Stadt dann zum Anlass, die Gegend im Stadtzentrum diesmal besser zu befestigen. Den Grundbesitzern, die dort Geschäfte betreiben wollten, dauerte das aber zu lange und sie bauten einfach drauflos. Daraufhin setzte die Stadt, die alles eigentlich mit Schutt und Geröll auf drei Meter über den Meeresspiegel heben wollte, kurzerhand die Straßen neben den Gebäuden drei Meter höher! So musste man vom Bürgersteig aus mit einer Leiter auf die Straße klettern und an der anderen Seite wieder hinabsteigen. Das wiederum war gefährlich, da schwere Dinge auf die Leute auf den Bürgersteig fielen, und die Stadt kleisterte die Bürgersteige schließlich mit Stahlträgern, gemauerten Bögen und Beton zu, sodass man von der Straße in den ersten Stock einsteigen konnte. Die meisten bevorzugten aber wegen des oft schlechten Wetters hier die so überdachten Bürgersteige im Erdgeschoss und deren Unübersichtlichkeit sorgte wiederum für eine hohe Krimilnalitätsrate. Daher wurden schließlich alle Zugänge versigelt und der Untergrund - oder eher &quot;das Erdgeschoss&quot; - geschlossen. Seit wenigen Jahren kann man nun aber einige Teile davon besichtigen. Die Führer auf diesen Touren halten sich allerdings ungerechtfertigterweise für Stand-up-Comedians - und das obwohl die Materie alleine schon lustig genug ist.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
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  </item>
  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259922/">
    <title>Portland</title>
    <link>http://geschehenes.twoday.net/stories/5259922/</link>
    <description>Nach einer ungewöhnlich kurzen Pause kann ich hier schon ein wenig von Portland erzählen. Hier habe ich nämlich nur zwei Tage verbracht, ehe ich morgen früh in den Zug nach Seattle springe. Beide Tage hier waren allerdings hervorragend. Mein ständiges Gehuste durch die schlechte Luft in LA habe ich durch eine Packung Kirschhustenbonbons und viel Draußensein in schönen Parks und Gärten hinter mich gebracht. Hier gibt es einen großen Rosengarten mit tausenderlei verschiedenen Arten, deren Namen teilweise sehr wunderlich sind. (Meine Lieblingsbeispiele &quot;Erfurt&quot; und &quot;Helmut Schmidt&quot; sind erschreckenderweise repräsentativ.) Dazu habe ich einen japanischen und einen chinesischen Garten gesehen, jeweils mit authentischer Gestaltung, die in kleinen Prospekten erklärt wird. Vielleicht liegt es wirklich am Kontrast mit LA, aber all das Grün war definitiv das Beste hier für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drumherum gab es allerdings auch ein paar schöne Dinge zu tun, beispielsweise exzessives Stöbern im &lt;a href=&quot;http://www.powells.com/&quot;&gt;größten Buchladen der USA&lt;/a&gt;, bei dem ich mir immer wieder klar machen musste, wie voll meine Koffer schon sind. Das Kunstmuseum hier hatte eine eher unkonventionelle Gesamtausstellung, in der mehr oder weniger von allem etwas jeweils in Zwei-bis-drei-Zimmer-Paketchen zu sehen war: Lokales, Modernes, Klassisches, Chinesisches, Japanisches, Persisches und Indianisches. Beim Herumlaufen in der Stadt lief mir heute netterweise sogar eine Pride Parade über den weg, bei der sich Exzentrisches mit Religiösem mischte. Neben abgefahrenen Kostümen liefen dort nämlich mehrere Dutzend Kirchengemeinden mit, alle mit Regenbogenflaggen und offenen Armen für alle sexuellen Orientierungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt sitze ich mit knurrendem Magen in meinem Hostel und habe gerade &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/20080615Portland?authkey=V4QTOX8_nX4#slideshow&quot;&gt;meine Bilder von Portland&lt;/a&gt; hochgeladen. Wahrscheinlich sitze ich später wieder mit ein paar anderen Gästen zusammen, auch wenn das gestern zum Teil wieder klischeehaft und seltsam war. Irgendwer hat begonnen über den Klimawandel zu reden und zwei junge Amerikanerinnen ergingen sich in Selbstmitleid darüber, wie schwer das Wissen darum zu ertragen sei und dass sie sich lieber gar nicht damit beschäftigen wollten. Währenddessen behauptete ein Bulgare, dass die Reichen den Klimawandel doch nur benutzen würden, um die Armen auszubeuten - durch höhere Steuern und teure umweltfreundliche Technologie. Später haute er sogar raus, dass Frauen Männern wegen der alten Rippengeschichte untergeordnet sind. Das war ziemlich unangenehm, aber irgendwann konnten wir das Thema wechseln und der Kerl ging ins Bett.</description>
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    <dc:date>2008-06-16T11:51:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259924/">
    <title>Los Angeles</title>
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    <description>Ich bin gerade auf dem Weg von Los Angeles nach Portland. Mein letztes Wochenende in Palo Alto habe ich mit letzten Treffen mit Freunden und dem heroischen Versuch verbracht, alle meine Bücher und Unterlagen in meinen Koffer zu quetschen. Es sieht ganz gut aus, aber ob das was das Gewicht angeht auch hinkommt, sehe ich wohl erst beim Einchecken zum Flug nach Frankfurt. An meinem letzten Samstagabend habe ich mir eine &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/The_Rocky_Horror_Picture_Show_cult_following&quot;&gt;Mitternachtsvorstellung der Rocky Horror Picture Show&lt;/a&gt;  angesehen, komplett mit Schauspielern, Mitsingen, Tanz und reingerufenen Kommentaren. Das war ganz schön verrückt, aber auch ziemlich witzig - eben etwas, was man nicht unbedingt lieben, aber mindestens einmal erlebt haben muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Montagmorgen bin ich dann nach LA geflogen und habe mich auf einer Couch bei Jean einquartiert. Gemeinsam mit seinem Mitbewohner Josh lebt er dort in einem sehr netten Apartment zwischen Hollywood und Santa Monica und im Wohnzimmer steht eine perverse Anzahl von vier gemütlichen Couches. Es war sehr schön bei den beiden zu wohnen, zusammen zu kochen und beim Frühstücken das eine oder andere EM-Spiel zu sehen. Von dort aus konnte ich dann auch die Stadt erkunden, wofür ich mir - da ich das Geld für ein Hostel sparte - einen Mietwagen geleistet hatte. In LA ist das im Grunde auch das A und O, denn die Stadt ist, gelinde gesagt, wahnsinnig groß und die Entfernungen zwischen den verschiedenen interessanten Dingen, die ich sehen wollte, lassen sich nur mit großen Zeit- und Nervenverlust per Bus überbrücken. Der Stadtverkehr war zwar auch manchmal recht anstrengend, aber insgesamt ich kam erstaunlich gut zurecht (wahrscheinlich auch weil ich wieder eine lokale Jazz-Radiostation fand).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das beste an meiner Zeit in LA waren die vielen Museen, die ich hier besuchen konnte, allen voran das Getty Center, nördlich der Stadt in den Hügeln. Dort sah ich, neben einer großen permanenten Ausstellung, auch eine Sonderausstellung mit Fotos von August Sander, der im frühen 20. Jahrhundert mit Bildern von Stadtbewohnern in Köln und Landbewohnern im Westerwald eine Art Gesamtporträt der deutschen Bevölkerung von damals erstellt hat. Außerdem gibt es dort einen wunderbaren, leicht futuristischen Garten, in dem man sich schön entspannen und den Blick auf die Stadt genießen kann. Neben dem Getty schaffte ich es auch in zwei weitere Kunstmuseen, das LACMA und das MOCA, hatte bei beiden allerdings Pech. Im MOCA wandelte ich durch meist interaktive und faszinierende, manchmal aber schwer zugängliche Großinstallationen von Gegenwartskunst, doch ein guter Teil war wegen Renovierung und Umbau geschlossen. Und im LACMA freute ich mich zwar über die Ausstellung deutscher Expressionisten und einen Teil mit Gegenwartsfotografie, doch der Teil mit Fotos von Ansel Adams und Henri Cartier-Bresson war geschlossen. Immerhin gab es aber viele Skulpturen von Giacometti. Die machen mich immer glücklich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten der zweifelhaft berühmten Orte in LA habe ich mir auch angesehen, bin beispielsweise durch Beverlz Hills und Bel Air gefahren und habe den Strand in Santa Monica und Venice Beach gesehen - mit verrückten Muskelmännern, Tatoostudios und Headshops. Nur ein paar Blocks von dort kann man allerdings die Venice Canals sehen, die dem Stadtteil den Namen gaben. Mitten in der Großstadt liegen dort wunderschöne, teils schicke und supermoderne Häuser direkt an kleinen Kanälen. Alle sind reich und haben tolle Gärten, Dachterrassen und Boote vor dem Haus. Natürlich bin ich auch den Hollywood Boulevard langgelaufen, wo die Oscars vergeben werden und die Sterne mit den Starnamen auf dem Boden sind. Es ist allerdings eine ziemlich unspektakuläre Straße mit vielen Ramschläden in einer eher schlechten Gegend. Die Sterne auf dem Boden ändern das auch nicht wirklich, besonders dann wenn da &quot;Chuck Norris&quot; oder &quot;David Hasselhoff&quot; steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegenheit zum Draußensein gab es in LA nur wenig. Einmal bin ich mit Jean ein wenig in Griffith Park im Norden der Stadt gewandert, wo es ein Obersvatorium gibt, von dem aus man den &quot;Hollywood&quot;-Schriftzug ganz gut sehen kann. Der war allerdings - wie auch der gesamte Horizont - von einem hellbräunlichen Smog-Nebel-Streifen verschleiert. Einen anderen Spaziergang machten wir in einem kleinen Park, in dem es kleine Seen mit Teer darin gibt. Wie ein kleines Museum lehrt, hat die tückische Tektonik hier eine Teerschicht an die Erdoberfläche gedrückt und unachtsame Tiere darin gefangen. So sind dort Skelette von mittlerweile ausgestorbenen Spezies hervorragend erhalten und liegen zum Ausgraben bereit. Einige davon kann man in dem Museum auch sehen, Säbelzahntiger beispielsweise, Riesenfaultiere und Mammuts. Mein größter Marsch stand aber an meinem letzten Tag an als ich lange in Downtown, Chinatown, Little Tokyo und dem Financial District herumlief. Recht erschöpft bin ich dann abends mit Jean und Josh zum Abschluss hervorragend essen gegangen, in einem sehr angesagten Nobelrestaurant mit guten Weinen und vielen kleinen Gerichten, die man gemeinsam zum Teilen bestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diesen Eintrag in Etappen geschrieben und sitze mittlerweile in einem hippen vegetarischen Café in Portland. Gerade bauen Musiker die Bühne um und ihre Instrumente auf, ich habe eine Spinat-Feta-Quiche im Magen und bin vom Flug und vom vielen Herumlaufen heute ziemlich geplättet. Ehe ich im nächsten Eintrag aber davon berichte, gibt es &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/20080613LosAngeles?authkey=dUjYiPc0DoM#slideshow&quot;&gt;hier noch ein paar Bilder aus Los Angeles zu sehen&lt;/a&gt; . Ich muss jetzt erst einmal aufpassen, dass ich nicht auf der gemütlichen Couch einknacke.</description>
    <dc:creator>.david.</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-15T11:51:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259919/">
    <title>Yosemite, Besuch und Abschied</title>
    <link>http://geschehenes.twoday.net/stories/5259919/</link>
    <description>In drei Tagen ziehe ich aus meinem Zimmner hier in Palo Alto aus und dementsprechend sitze ich hier ein wenig im Pack- und Putzchaos. Gestern waren meine letzten Kurssitzungen, heute habe ich noch einen letzten Sprechstundentermin und dann habe ich das Akademische in Stanford auch hinter mir. Dann gibt es nur noch eine Handvoll Treffen mit guten Freunden, einen Hausputz und schließlich den Abflug. Manchmal fühlt es sich sehr seltsam an, dass meine Zeit hier schon zu Ende sein soll, denn meine Freunde hier werde ich ziemlich vermissen und das Studieren hat mir sehr gut gefallen. Allerdings freue ich mich auch schon wahnsinnig auf Berlin und besonders auf Kilu. Es ist eine eigentümliche Mischung aus Gedanken und Gefühlen, die mich momentan überall begleitet, aber sie ist schön. Zwischen meiner Abreise hier und der Ankunft in Berlin werde ich aber auch noch zwei Wochen reisend hier in Amerika verbringen. Ich besuche Jean in Los Angeles und fahre dann mit dem Zug durch den pazifischen Nordwesten, von Portland nach Seattle und dann nach Vancouver. Über all den Eindrücken dort wird mir der Übergang vom kalifornischen zum Berliner Leben wahrscheinlich dann erst so richtig klar werden...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehe Ihr von dieser Reise (ich nehme mir vor: halbwegs regelmäßig) lesen könnt, habe ich aber auch noch ein wenig von meiner letzten Zeit hier zu berichten. Vor zwei Wochen war ich beispielsweise mit Marcello und Pedro im Yosemite National Park, wo ich schon lange endlich hinwollte. Passenderweise hatten wir uns das Wochenende vor dem Memorial Day ausgesucht, wo schon sehr viele Unterkunftsmöglichkeiten ausgebucht waren. Nach langem Telefonieren fanden wir aber schließlich eine nette kleine Lodge ein paar Meilen außerhalb des Parks und machten uns auf den Weg. (Ich rief dort an einem Tag achtmal an, weil die Frau an der Buchungshotline mir immer sagte, dass der Kerl mit dem Reservierungsbuch gerade unterwegs sei. Warum er das Ding mit sich herumtrug, wusste sie nicht.) Was die erwarteten Besuchermassen an diesem Wochenende anging, hatten wir allerdings Glück. Weil das Wetter ziemlich neblig und leicht nieselig war, trauten die sich nämlich nicht zu denselben Zeiten auf die Wanderwege wie wir. An unserem ersten Tag wanderten wir abends entlang eines großen Damms und Sees zu zwei tollen Wasserfällen und sahen viele kleine feuerrote Salamander. Und am zweiten Tag erklommen wir früh morgens auf einem gut fünf Kilometer langen Wanderweg eintausend Höhenmeter und stiegen aus einem Tal durch die Nebeldecke an den großen Yosemite Falls entlang hinauf bis zu deren Ursprung am Gipfel. Spätestens nach dem Abstieg taten uns allen allderings ordentlich die Knie weh, doch die dann zahlreicher aufsteigenden anderen Besucher störten uns so deutlich weniger. Wir gönnten uns eine Pause mit heißer Schokolade aus dem Automaten und ich fand in einem Buch- und Postkartenladen ein Kinderbuch mit dem tollen Titel &quot;Who pooped in the park?&quot; anhand dessen man Fuß- und Exkrementspuren Tieren zuordnen kann. Und abends besuchten wir ein Waldstück mit den Riesensequias, der größten und ältesten Baumart der Welt. &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/20080525Yosemite?authkey=pNXG53PO_W4#slideshow&quot;&gt;Hier sind Bilder von alledem zu sehen&lt;/a&gt; .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach unserer Rückkehr aus dem Park - und nachdem das Wetter ironischerweise umgehend wieder strahlend sonnig geworden war - verbrachte Nils vier Tage hier mit mir. Ich musste zwar gleichzeitig meinen Univerpflichtungen nachkommen, aber wir haben trotzdem einiges zusammen unternehmen können. Beispielsweise bin ich, als wir zusammen in San Francisco unterwegs waren, endlich mal auf den Hügel im Buena Vista Park gestiegen und habe den wundervollen Ausblick dort genossen. Ehe Nils dann nach Illinois weiterflog, wo er jetzt sein Diplomabschlussprojekt angeht, feierten wir mit meinen Freunden meinen Abschied mit Grillen, Salaten und Bier unter ein paar Bäumen auf dem Campus. Dort probierten wir auch den Wein aus meinem Geburtsjahr, den mir meine Familie zu meinem Geburststag mitgebracht hatte und den ich trotz der 25 Jährchen, die er mittlerweile auf dem Buckel hat, noch sehr lecker fand. Mangels Alternativen mussten wir den aber auch aus Plastikbechern trinken, was natürlich einer mittelschweren Gotteslästerung gleichkommt. Sobald mein Vater das hier liest, bin ich wahrscheinlich enterbt. Hoffentlich gibt es immerhin keinen Familienfluch oder sowas...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rest meiner vergangenen Wochen hier war eine ziemlich bunte Mischung aus verschiedensten Dingen. Unser Fulbright-Regionalbüro in San Francisco organisierte auch noch einen Abschiedsempfang in einem dekadenten Haus hier in Palo Alto, wofür ich - weil jeder eine Speise aus seinem Heimatland mitbringen sollte - einen Kartoffelsalat machte. Dazu konnte ich Nils, als er noch hier war, zum Kartoffelnschälen ausbeuten, der bei der Rezeptsuche die peinliche Domain &lt;a href=&quot;http://www.kartoffel-salat.de/&quot;&gt;kartoffel-salat.de&lt;/a&gt; entdeckte. Die Feier endete in einer ziemlichen Völlerei, bei der ich mich besonders über den deutschen Zwiebelkuchen freute. Und vor drei Tagen habe ich im Graduate Student Workshop ein wenig Work-in-Progress vorgetragen und wertvolle Anregungen gesammelt. Bei der Gelegenheit habe ich hier auch endlich mein Versprechen wahrgemacht und das Programm &lt;a href=&quot;http://www.argunet.org/&quot;&gt;Argunet&lt;/a&gt;, womit ich in Berlin öfters gearbeitet hatte, einer größeren Gruppe vorgestellt, die auch recht angetan zu sein schien. Unverständlicherweise fuhr auf dem Weg dorthin ein Kerl in einem Golfwägelchen neben mir her, rief mir zu, dass ich gerade 15mph draufhätte und feuerte mich an, 18 zu fahren. Vorgestern vollbrachte ich aber dann tatsächlich eine sportliche Höchstleistung: In unserer geschätzten zehnten Partie Squash gewann ich endlich einmal einen Satz gegen Han. Jetzt kann ich in Frieden sterben.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-06T11:49:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259910/">
    <title>Tahoe, Knödel und ein Rennen</title>
    <link>http://geschehenes.twoday.net/stories/5259910/</link>
    <description>Es sind schon wieder mehr als zwei Wochen wie im Fluge vergangen und ich stelle mit Verwunderung fest, dass ich in gut fünf Wochen wieder in Berlin lande. Bei all dem, was ich zwischendurch noch vorhabe, hört sich das sehr erschreckend an. Außerdem wollte ich mit meinem Essay bis ich aus Stanford abhaue auch noch auf den einen oder anderen grünen Zweig gekommen sein, was über allerlei wundervolle Ablenkungen nicht besonders gut vonstatten geht. Letztere machen das allerdings, irgendwie, auch wieder wett. Dazu gehören besonders meine Kurse, die ich zwar, wie gesagt, etwas halbherzig angehe, die mir aber doch immer wieder viel Spaß machen. Außerdem hatten wir einen einwöchigen Gastprofessor hier, Kit Fine, der seine neusten Arbeiten vorstellte und mit dem Department diskutierte. Während Fine &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=clWI6PdZFv8&quot;&gt;bei anderen Leuten sehr wunderliche Auswirkungen zu haben scheint&lt;/a&gt; , hatte ich viel Freude bei den Diskussionen und genoß seinen sehr exhaltierten Vortragsstil. Lernen konnte ich dabei (vermutlich) sogar auch etwas, da wir im letzten Quarter mit seinem neusten Buch gearbeitet hatten und mir daher zwar noch immer sehr viel, aber nicht alles neu war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das vorletzte Wochenende verbrachte ich mit Freunden am Lake Tahoe, an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada. Dort fanden 1960 die olympischen Winterspiele statt und Helen besitzt dort ein kleines Apartment, das sie vermietet und ab und an Freunden und Bekannten überlässt, die dafür ein wenig in ihrem Garten rackern müssen. So auch ich, aber dafür hatten wir eine sehr schöne und entspannte Zeit miteinander. Wir wanderten lange und durch eine wundervolle sonnige Gebirgslandschaft mit Seen, Bächen und kleinen Wasserfällen. &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/20080411LakeTahoe?authkey=Ssfx6HobEYA#slideshow&quot;&gt;Hier sind Bilder von unserer Wanderung&lt;/a&gt;. Und wir nahmen den Skilift auf den Gipfel wo die olympische Abfahrtstrecke ist und stiefelten dort herum. Man nötigte mich dort sogar zum Eislaufen, was ich seit meinem dreizehnten Lebensjahr nicht mehr getan hatte als ich mit meiner damaligen Händchenhaltefreundin zum ersten Mal über das Eis geschlittert war - händchenhaltend. Zu meinem freudigen Erstaunen machte ich mich zwar zum Affen, fiel aber nicht hin. Danach hingen wir völlig dekadent am Nachmittag in einem beheizten Außenwhirlpool herum und tranken Bier. An den Abenden machten wir es uns in dem Apartment gemütlich und teilten zu fünft eine kleine Reisetube Zahnpasta aus Mexiko. Außer mir hatten alle vergessen welche einzupacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marcello und ich haben vor ein paar Monaten vereinbart, dass ich mal für ihn italienisch und er mal für mich deutsch kocht. Warum auch immer, wollte er unbedingt Knödel machen, wovon ich auch keinerlei Ahnung habe. So trafen wir uns letzte Woche und fuhrwerkten den halben Abend in der Küche herum. Wegen der langen Wartezeiten zwischendurch, die wir natürlich nicht eingeplant hatten, aßen wir erst um 23 Uhr, aber die Klöße schmeckten meines Erachtens hervorragend. Marcello war nicht so begeistert aber dafür kriegt er demnächst hoffentlich bessere Pasta. Witzig war, dass wir danach noch auf einer 80er-Party auf dem Campus vorbeischauten und dort eine Horde abhottender Philosophen vorfanden - allen voran einer unserer Professoren samt Ehefrau. Außerdem war eine Meute mittelmuskulöser Studenten in Babywindeln anwesend, die sich unglaublich toll fanden, und es wurde &quot;99 Luftballons&quot; gespielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nackte und wunderlich Gekleidete habe ich am Sonntag auch noch einmal zu Hauf zu Gesicht bekommen, auf dem &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Bay_to_breakers&quot;&gt;Bay to Breakers Race&lt;/a&gt;. Das ist ein seit über 90 Jahren stattfindendes Rennen in San Francisco, vom Embarcadero an der Bay durch die ganze Stadt und den Golden Gate Park bis zum Pazifik. Aus einer Laune heraus hatte ich mich vor ein paar Wochen dazu angemeldet und habe es auch nicht bereut, auch wenn viele Leute einfach nur so mitrennen ohne offizieller Starter zu sein. Es handelt sich nämlich um eine Mischung zwischen einem seriösen Rennen mit wirklichen Sportlern und einem Karnevalsumzug. Daher bin ich auch den größten Teil des Rennens nicht gelaufen, sondern zügig gegangen um viele Fotos machen zu können. &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/20080418BayToBreakers?authkey=LYI_6nIaTr0#slideshow&quot;&gt;Hier sind die Resultate zu sehen&lt;/a&gt; .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Start gab es eine traditionelle Tortillaschlacht in der Meute der Läufer, auf der gesamten Rennstrecke spielten immer wieder Bands und in Wohnungen zur Straße wurden Partys gefeiert. Besonderen Spaß hatte ich an den gegen den Strom schwimmenden Lachsen, einer Kleinfamilie aus Stinktieren und einer Superheldengruppe, die komplett mit Cape, Strumpfhose und Maske ausgestattet war und auf deren Rücken &quot;Super Delegate&quot; stand. Am Ende gab es ein kleines Festival mit Musik und einem Kostümwettbewerb im Golden Gate Park. Abends war ich nach dem langen Tag aber wirklich fertig, denn ich war bereits um halb fünf aufgestanden. Helen nimmt an dem Rennen nämlich seit elf Jahren teil und insistiert darauf um fünf hier loszufahren um vor dem Start um acht einen perfekten Parkplatz zu kriegen. Wenig erstaunlich hat das auch geklappt.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-22T11:48:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259901/">
    <title>Unwirklicher Alltag und ein Wochenende in Chicago</title>
    <link>http://geschehenes.twoday.net/stories/5259901/</link>
    <description>Ich habe den letzten Monat hier in einem eigenartigen Zustand verbracht. Mein Stanford-Alltag hat mich wieder und ich habe mir interessante Kurse ausgesucht, die ich aus großem Interesse, aber ein wenig nebenbei besuche. Hauptsächlich versuche ich einen Essay über &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Deflationism&quot;&gt;deflationistische Wahrheit&lt;/a&gt; als epistemisches Ziel zu produzieren - mit noch ausgesprochen mäßigem Erfolg - und meine letzten Wochen hier zu kleinen Ausflügen zu nutzen. Schon in einem guten Monat hört das Quarter hier auf und in nur noch gut sieben Wochen lande ich schon wieder in Berlin. Bei mir überlagern sich die Gedanken hier gerade erst angekommen zu sein und noch so viel erleben zu wollen und hier bereits seit einer gefühlten Ewigkeit meinen Alltag zu haben. Das fühlt sich gleichzeitig unwirklich und sehr gut an, denn so erlebe ich diese Übergangszeit sehr bewusst und positiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem habe ich wieder einiges unternehmen können. In den letzten Wochen habe ich beispielsweise ein paar Freunden eine Nachholstunde in abendländischer Kulturgeschichte verpasst und ihnen die Rocky Horror Picture Show gezeigt. Der Sommer ist hier bereits ausgebrochen und zwei Gärtner haben sich im Nachbarsgarten auf der anderen Straßenseite an einem lauen Sonnentag gegenseitig mit Laubsaugern geärgert. Außerdem bin ich an einem Wochenende mit Freunden in Muir Woods, nicht weit nördlich von San Francisco, zu einem See gewandert. Halbwegs regelmäßig schaffe ich es jetzt auch wieder Squash und Tennis zu spielen. Zudem hat mir Helen eine Dose Wein geschenkt und ich verschwende auffällig regeläßig meine Zeit mit dem Aufspüren solcher Wunderlichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am letzten Wochenende bin ich sogar nach Chicago geflogen, denn ich wollte diese Stadt unbedingt sehen ehe ich wieder nach Deutschland zurückkehre. Zwei Freunde von mir wohnen dort und eine weitere gemeinsame Freundin kam an demselben Wochenende auch zu Besuch. (Wir hatten uns alle auf dem Fulbright-Wochenende kennen gelernt.) So kam ich auf Eduardos Couch und Ayse auf Elenas unter und wir haben gemeinsam viele tolle Sachen gemacht. Mein Hinweg begann allerdings verkorkst, denn mein Flug nach Denver hatte Verspätung und ich verpasste meinen Anschlussflug nach Chicago. Es war der letzte an dem Abend und ich musste daher eine Nacht am Flughafen verbringen. Glücklicherweise war die Verspätung allerdings aufgrund eines technischen Problems entstanden und nicht wegen des Wetters, sodass das Hotel von der Airline bezahlt wurde und einen Wiedergutmachgutschein bekam. (Bei einer wetterbedingten Verspätung hätte ich selbst dafür aufkommen müssen, scheinbar eine gängige Praxis aller US-Airlines.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Shuttle zum Flughafenhotel quatschte mich ein Endfünfzigerpärchen voll und nahm allen Ernstes an, ich wäre auch auf dem Weg zu ihrem Immobilieninvestmentseminar. Die Rezeptionistin schaffte es meine Kreditkarte hinter den Schreibtisch fallen zu lassen und sie erst nach mehreren Minuten zurückzuangeln und auf dem Hotelzimmer konnte ich nur sehr spät einschlafen, ehe ich um fünf wieder zum ersten Flug des morgens zurückmusste. Dann kam ich allerdings endlich in Chicago an und geriet in eine Traube rot und weiß geschminkter Leute in polnischen Fußballtrikots. Es war Jahrestag der polnischen Verfassung und der Kerl, den ich anquatschte, hatte seinen USA-Urlaub aus Polen extra so geplant, dass er an den großen Feierlichkeiten teilnehmen konnte, die an dem Tag stattfanden. (Chicago hat eine sehr große polnische Community.) In der Innenstadt traf ich meine Freunde und wir verbrachten den Rest des Tages mit ausgiebigem Spazierengehen und langen Gesprächen. Abends bekam ich einen Kochlustanfall und wurde völlig übertrieben für meine 08/15-Nudelsauce gelobt. Danach gingen wir zu einem Freund von Elena auf eine Party, wo mich Eduardo dazu nötigte allen gerade neu kennen gelernten Leuten immer wieder denselben Witz zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach waren noch zwei ganze Tage von meinen eigentlich drei geplanten übrig und die habe ich sehr intensiv genutzt: Im Museum of Contemporary Art sah ich beispielsweise eine Ausstellung über &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Gordon_Matta-Clark&quot;&gt;Gordon Matta-Clark&lt;/a&gt;, von dem ich noch nie gehört hatte und dessen Arbeiten mich sehr beeindruckt haben. Riesige Häuserteile herauszusägen oder ein mehrstöckiges Gebäude einfach entzweizuschneiden sind einfach faszinierende Ideen. Auf einer Bootstour durchs Zentrum habe ich eine Architekturführung über die vielen Wolkenkratzer gehört und erfahren, dass manche von denen über den Eisenbahnschienen gebaut wurden. Und im Aquarium habe ich meine neuen Freunde, die Otter, wiedergetroffen und erneut eine faszinierende Menge an Meeresgetier gesehen. Statt Tintenfischen und Quallen wie in Monterrey gab es hier allerdings Delfine und Belugawale in enorm großen Tanks. (Letztere erinnerten mich im übrigen stark an &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Image:John_McCain_official_photo_portrait-cropped.JPG&quot;&gt;John McCain&lt;/a&gt;, aber das kommt auf &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Beluga%2C_Wei%C3%9Fwal_%28Delphinapterus_leucas%29.jpg&quot;&gt;diesem Bild&lt;/a&gt;  nicht so recht heraus.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich war ich auch im Art Institute of Chicago, doch das ist ein so unendlich großes Museum, dass ich nur kleine Teile sehen konnte: den Teil mit Moderner Kunst, die Photographien, ein wenig Kunterbuntes und eine Sonderausstellung über Edward Hopper, inklusive der unsterblichen &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Nighthawks.jpg&quot;&gt;Nighthawks&lt;/a&gt;. Die University of Chicago habe ich auch kurz besucht und fand den Campus (und seine Nähe zur City) sehr angenehm. Im Keller des theologischen Seminars habe ich dort auch einen riesigen Buchladen besucht, zu dem man am Eingang eine Karte bekommt, um sich besser orientieren zu können. In den verwinkelten Gängen ist nämlich jeder Zentimeter mit Büchern vollgestopft und ich musste mich zusammenreißen nicht noch mehr Rückreisegepäck anzuhäufen. Und an den beiden Abenden standen zwei sehr typische Dinge für Chicago an: Einmal aßen wir eine der fast schon Quiche-artigen &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Deep_Dish_Pizza&quot;&gt;Deep Dish Pizzas&lt;/a&gt; und versackten danach in einer Kneipe auf dem Heimweg. Und einmal gingen wir in Al Capones ehemaliges Lieblingslokal, die Green Mill, und genossen einen Abend tollen Live-Jazz bei Paulaner Hefeweizen. All diese Erlebnisse und meine wundervolle Gesellschaft haben mir wirklich ein tolles Wochenende bereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Abschluss &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/200805Chicago?authkey=VwTBf9ZCLCQ#slideshow&quot;&gt;hier einige Bilder aus Chicago&lt;/a&gt; und zwei kleine Wunderlichkeiten: In den Flugzeugen von Frontier Airlines macht die Hydraulik beim Landen ein auffälliges Geräusch, über das sich die Fluggäste immer wundern und unterhalten. Es ist irgendetwas zwischen einem lauten Polierschrubben, einem Sägen und dem Bellen eines mechanischen Hundes. Gruselig. Und als ich am Dienstag nach sehr wenig Schlaf und dem frühmorgendlichen Rückflug um 16 Uhr zu meinem Kurs in Stanford erschien, stellte sich heraus, dass John Perry nicht kommen würde. Sein Hund Gretchen, der in &lt;a href=&quot;http://philosophytalk.org/&quot;&gt;seiner Radioshow mit Ken&lt;/a&gt; immer als Beispiel herhalten muss, war auf dem Campus ausgebüchst und ich half mit ein paar anderen Studenten beim Suchen. Bei meinem Schlafmangel hätte ich mir nichts Surrealeres wünschen können. Am Ende gaben wir es aber auf und die anderen brachten mich sicher zu einem Ort, wo ich einen Kaffee bekommen konnte.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-08T11:47:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259894/">
    <title>Mexiko zum Dritten</title>
    <link>http://geschehenes.twoday.net/stories/5259894/</link>
    <description>Da ich Euch schon lange auf den letzten Teil unseres Mexiko-Urlaubs habe warten lassen und dieses Wochenende noch lange nicht genug Zeit vertändelt habe, schreibe ich jetzt endlich weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere nächste Station hieß Campeche, wo wir in einem Hostel in der malerischen Innenstadt unterkamen, das früher der Mönchstrakt eines Klosters war. Wir waren fast die einzigen Gäste dort, es gab einen gemütlichen Innenhof mit Küchenbereich und Hängemattenecke und wir fühlten uns sehr wohl. Bei einem Abendspaziergang schlenderten wir an einem Open-Air-Gottesdienst vorbei und genossen besonders den zentralen Platz der Stadt, der lange von vielen Leuten aller Altersgruppen bevölkert blieb und daher eine gleichsam entspannte und lebhafte Atmosphäre hatte. Am nächsten morgen ging es dann zur nächsten und vorletzten Maya-Ruine auf unserem Trip, Edzná. Dorthin konnte man allerdings nur mit einem Sammeltaxi kommen und wir brauchten ein wenig Zeit, um das dortige System zu verstehen. Beim Warten beobachteten wir einen Polizisten, der seine Waffe neben sich liegen hatte und haufenweise Zwiebeln schälte, und lernten Felix, einen Schweizer kennen, der auch auf dem Weg nach Edzná war und mit dem wir uns auf der holprigen Strecke nett unterhielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edzná ist ebenfalls eine sehr beeindruckende Ruine, an der hauptsächlich ein über 40m hoher Tempel auffällt, den man auch besteigen kann. Es befinden sich allerdings noch einige weitere Gebäude dort, die man besonders von dem Gipfel des Tempels aus sehr gut sehen kann. Auf diesem Ruinengelände sind die Bäume zwischen den Gebäuden auch zugunsten einer großen Wiese gefällt worden, da man annimmt, dass der Zwischenraum von den Maya zu Versammlungszwecken genutzt wurde - und weil es sich schmuck macht. Wenn ich das richtig um Kopf habe, wurde Edzná noch vor 400 vor Christus errichtet und war fast 2000 Jahre lang in Benutzung. &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/2008048Edzna?authkey=ZQ1H5O9SpGo#slideshow&quot;&gt;Bilder von Edzná findet Ihr hier&lt;/a&gt; .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider führte der fehlende Schutz durch Bäume und die an diesem Tag wirklich unerträgliche Sonne aber dazu, dass sich Kilus Sonnenallergie stark verschlimmerte. Als wir dann erfuhren, dass das nächste Sammeltaxi zurück erst in einer geschlagenen Stunde fahren würde, waren wir ein wenig frustriert. Doch wir trafen Felix beim Warten wieder, bekamen von einer mexikanischen Familie je ein Stück Wassermelone geschenkt und hatten Glück: Wir hielten an der Straße ein wenig den Daumen raus und wurden alle drei von zwei netten Leuten mitgenommen, die gerade von einer anderen Ruine auf dem Rückweg nach Campeche waren und offensichtlich (wissenschaftlich oder verwaltungstechnisch) mit den Ruinen zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am frühen Abend genoß Kilu ein wenig den Schatten, während ich mich zum Einkaufen aufmachte. Neben unserem Abendessen besorgte ich mir neue Unterhosen - nach erschütternden Zerfallserscheinungen bei den alten - und wurde dabei von den Dancefloor-Smash-Hits der 90er beschallt: Haddaway, Dr. Alban und ähnliche Grausamkeiten. Später am Abend gingen wir wieder zu dem zentralen Platz der Stadt und gerieten in ein Festival mit Tanz, Essen und allerlei Aktivitäten für Jung und Alt. Thematisch ging es bei dem Fest um die Stadt Oaxaca und es wurden Trachten und Tänze von dort vorgestellt und dortige lokale Spezialitäten verkauft. Da man sogar probieren durfte, ließen wir uns nicht lange bitten und probierten sogar je einen kleinen gebratenen Käfer, die dort als Knabberei gereicht werden. Wenn man nicht dran denkt, was es ist, schmecken die sogar ganz gut. Unser richtiges Abendessen bestand allerdings den lokalen Spezialitäten Campeches, von denen wir durch uns unsere nette Mitfahrgelegenheit gehört hatten: ein mit Haifisch überbackenes Brot und ein Hühnchengericht mit mayaninischen Gewürzen. Beides war wirklich sehr lecker und mitten in unserem Abendessen gab es sogar eine Tanzdarbietung mit zwei festlich gekleideten Frauen und zwei Männern, die zum Kochteam zu gehören schienen. Einer von denen hatte das breiteste Grinsen, das ich, glaube ich, jemals gesehen habe, und änderte diesen Gesichtsausdruck nur, wenn er zwischendurch &quot;Hey!&quot; und sowas rief. Satt und glücklich schlenderten wir dann wieder über das Fest und durch die schöne Abendatmosphäre zurück. Letztere kann man vielleicht an &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/2008047Campeche?authkey=Ir9oKmBBito#slideshow&quot;&gt;diesen Bildern von Campeche&lt;/a&gt; nachempfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Taxifahrt zum Busbahnhof am nächsten Morgen war sehr wunderlich. Der Taxifahrer kommunizierte über Funk mit seinen Kollegen nämlich dadurch, dass er als Antwort oder Reaktion auf deren Redebeiträge immer nur, wie der Linguist sagt, einen stimmlosen bilabialen Trill produzierte - also stimmlos Luft durch seine gegeneinanderschlackernden Lippen pustete. Ich fand das irgendwas zwischen faszinierend und beängstigend. Auch den Rest des Tages verbrachten wir hautptsächlich in Verkehrsmitteln, nämlich zwei Bussen, die uns an unsere letzte Station nach Valladolid brachten. In Merida, das wir leider aus Zeitmangel nicht besuchen konnten, stiegen wir um und beobachteten beim Warten eine Handvoll herzallerliebster kleiner Mädchen, die mit einem Massagesessel in dem Wartebereich, mit Süßigkeiten und miteinander spielten und uns dabei dauernd neugierig anstarrten. In Valladolid selbst kamen wir dann recht spät an und kehrten nachdem das eigentlich anvisierte Hostel geschlossen war schließlich in einem netten Hotel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kilu blieb am nächsten Tag wegen ihrer Sonnenallergie in Valladolid und ich fuhr alleine zur letzten Mayaruine auf unserer Strecke, nach Chichen Itzá. (Es geht ihr mittlerweile aber wieder gut und es gibt keinen Grund zur Sorge. Die Sonnenstrahlung ist nur einfach um so intensiver, je näher man am Equator ist.) So stapfte ich also alleine durch diese Anlage, in der es von Touristen und Touristen-Nepp-Verkäufern nur so wimmelte. Das, die erbarmungslose Sonne und die Tatsache, dass man keines der Gebäude besteigen oder begehen kommte, machten diesen Ausflug weniger angenehm als ursprünglich gedacht. Doch einige der Gebäude dort sind wirklich eindrucksvoll, beispielsweise die riesige Pyramide, deren Treppenstufen gleichzeitig als ein präziser Kalender fungieren. Außerdem gibt es Gebäude, die aufgrund architektonischer Ähnlichkeiten &quot;Observatorium&quot; oder &quot;Kirche&quot; getauft wurden. Mir hat besonders ein Ballspielfeld gefallen, auf dem vermutlich Sklaven und Gefangene ein nicht genau bekanntes Mannschaftsballspiel spielten. Anhand der Reliefs konnte man rekonstruieren, dass wohl der Kapitän der Verlierermannschaft geopfert wurde - oder vielleicht sogar das ganze Team. &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/20080410IchenItza?authkey=3ZDQhon0FeY#slideshow&quot;&gt;All dies kann man auf diesen Bildern sehen&lt;/a&gt; .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es waren so viele Reisegruppen in Deutsch und Englisch unterwegs, dass ich mich immer mal wieder für einige Zeit an eine ranhängen und gratis Informationen abgreifen konnte. Einer der Reiseführer war aber abstoßend Stolz auf seinen bayrischen Akzent und flirtete die ganze Zeit unangenehm mit den älteren Frauen in seiner Reisegruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder in Valladolid zurück, brauchte ich erst einmal einen Nachmittag Ruhe, ehe wir am Abend auch hier einen sehr gemütlichen Spaziergang durch eine belebte schöne Stadt machten. (&lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/2008049Valladolid?authkey=e37zDHBkTyk#slideshow&quot;&gt;Bilder von Valladolid sind hier zu sehen.&lt;/a&gt;) Danach sprangen wir noch kurz in den Pool unseres Hotels und trafen dort auf einen redseligen und vermutlich angetüdelten Kartographen aus Merida, der beruflich hier war. Er quatschte uns direkt an und brachte uns ein paar Phrasen auf Maya bei, die wir natürlich ebenso schnell wieder vergaßen wie er deutsche Wörter, nach denen er fragte. Der Kerl hatte einen Schnurrbart und ein witziges lautes Lachen, das er besonders laut anstimmte, als Kilu und ich unsere Füße an der Wasseroberfläche zueinander ausstreckten während er noch beim Erzählen war. Er rief nur noch &quot;What is happening?&quot;, gestikulierte aufgeregt und kam aus dem Lachen einfach nicht mehr heraus, sodass wir uns bei seiner kindlichen Begeisterung auch nicht mehr einkriegen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Valladolid war unsere letzte Station. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus zurück nach Cancún, wo wir unseren letzten Abend eher unspektakulär, aber mit einem hervorragenden letzten Abendessen in einem guten Restaurant verbrachten. Und am nächsten Tag ging es mit dem Flieger über Mexico City zurück nach San Francisco. Mexiko ist wirklich ein faszinierendes Land - wir haben nur einen der vielfältigen Landesteile bereist und dort bereits manches auslassen müssen. Aber wir kommen zurück. (Und dann ist mein Spanisch vielleicht auch besser als kläglich.)</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-21T11:42:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259885/">
    <title>Mexiko zum Zweiten</title>
    <link>http://geschehenes.twoday.net/stories/5259885/</link>
    <description>Nach unserer fluchtartigen Abreise aus Chetumal kamen wir schließlich in Xpujil an, einem kleinen Dorf im zentralen Süden der Halbinsel mit gerade mal gut 3.000 Einwohnern. Dort schnappten wir uns ein Taxi, das uns ein paar Kilometer auf der einzigen großen Straße außerhalb des Dorfes in den Dschungel brachte, und kehrten an einem wundervollen Ort ein, dem &lt;a href=&quot;http://www.riobecdreams.com/&quot;&gt;Rio Bec Dreams&lt;/a&gt;. Dabei handelt es sich um ein Grundstück, das sich zwei nette kanadische Aussteiger vor ein paar Jahren gekauft und mittlerweile zu einer Art Dschungelhotel gemacht haben. Wir wurden in einem wundervollen &apos;Jungalow&apos; einquartiert und es gab einen kleinen Restaurantbereich in sehr gemütlicher Atmosphäre. Die beiden Kanadier waren unglaublich nett und hilfreich und außer uns waren nur eine Handvoll anderer Gäste da, mit denen wir uns auch gut verstanden. Doch davon später mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage Xpujils ist deswegen besonders attraktiv, weil es in der Gegend darum ein halbes Dutzend Maya-Ruinen gibt, die zwar für Besucher zugänglich, aber keineswegs so bekannt und überfüllt sind wie beispielsweise das bereits erwähnte Tulum. Noch an unserem ersten Tag hier besichtigten wir die erste davon, Xpujil, die dem jetzt dort bestehenden Dorf den Namen gab (&lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/2008043Xpujil?authkey=8SAUCZr9b_E#slideshow&quot;&gt;hier Bilder aus Xpujil und von den Ruinen&lt;/a&gt;). Wir waren tatsächlich völlig alleine und beobachteten auf dem Weg durch den Dschungel zu den R$uinen große Straßen von Blattschneideameisen. Xpujil ist schätzungsweise 1.600 Jahre alt und hat eine prominente Hauptstruktur mit drei Türmen. Mittlerweile ist sie zwar schon verfallen, doch es gibt Rekonstruktionen davon, wie sie einmal ausgesehen haben müsste (beispielsweise &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Proskouriakoff_Structure_I_at_Xpuhil.jpg&quot;&gt;diese Zeichnung&lt;/a&gt; ). Wie an der Perspektive des letzten Fotos zu sehen erklommen wir die Ruine, an deren verfallenen Treppenstufen ein Seil zum Festhalten angebracht war, und genossen die Aussicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag erkundeten wir zwei weitere Ruinen. Becán und Chicanná liegen jeweils zwischen dem Ort Xpujil und dem Rio Bec Dreams und sind nur zwei beziehungsweise vier Kilometer von dort entfernt. Art aus Oregon, ein sehr netter anderer Gast dort brachte uns morgens nach Becán, sodass wir bequem beide Ruinen sehen und dazwischen und danach jeweils nur eine kurze Wanderung am Straßenrand hinter uns zu bringen hatten. Becán ist von einem Graben umgeben und besteht aus mehreren teilweise über 30m hohen Pyramiden, die um große Plätze angeordnet sind. Mittlerweile ist natürlich auch schon viel verfallen und die Plätze überwuchert, doch das ist nach geschätzen 800 Jahren ohne Nutzung ja auch kein Wunder. Der Ort scheint seine Blütezeit zwischen 600 und 1.000 gehabt zu haben, besteht aber bereits deutlich länger. Für mich war Becán, glaube ich, die beeindruckendste Ruine, wie &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/2008044Becan?authkey=Na9lV5C4Jdo#slideshow&quot;&gt;diese Bilder&lt;/a&gt; vielleicht verständlich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Chicanná, zwei Kilometer weiter, war ein tolles Erlebnis. Die Ruinen waren zwar nicht so groß und so umfangreich wie in Becán, doch es gibt dort einen sehr gut erhaltenen Tempel des in der Mayakultur allgegenwärtigen Gottes Itzamná, der gefiederten Schlange. &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/2008045Chicanna?authkey=UlyMiHdbDGI#slideshow&quot;&gt;Des Gottes Mund beziehungsweise des Tempels Tor konnte man beim Erkunden der Ruinen durchqueren.&lt;/a&gt; Nach der Wanderung zurück verbrachten wir den Rest des Tages völlig erschöpft in unserem Jungalow. Kilu war leider zudem trotz aller Sonnenschutzmaßnahmen von ihrer leichten Sonnenallergie betroffen und wir wollten nicht, dass sich das verschlimmert. Am Abend saßen wir dann mit den anderen Gästen im Rio Bec Dreams zusammen und lernten einander ein wenig kennen. Art, der uns bereits morgens nach Becán gebracht hatte, und seine Frau Marie waren wirklich lieb und witzig. Dazu war eine nette Deutsche da und ein italienisches Pärchen - beiden konnte man ihre Nationalitäten irgendwie ansehen. Art erzählte Geschichten von seinem Mexikourlaub 1969 mit einem BMW-Bus und unterstrich, dass man bereits aus diesen Daten ablesen kann welche Frisur er damals hatte. Wir tauschten am nächsten Morgen sogar E-Mail-Adressen aus und wenn ich im Sommer nach Norden durch Oregon reise, besuche ich die beiden vielleicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Tag unserer Abreise hatte uns Rick, der kanadische Besitzer des Ladens, einen netten Taxifahrer organisiert, der uns noch zu einer weiteren Ruine brachte und danach zur Busstation. Wir fuhren also durch noch abgelegenere Dörfer und über wirklich sehr schlechte Straßen nach Hormiguero und kamen mit unseren wenigen Brocken Spanisch erstaunlich gut mit bei dem, was er uns unterwegs erzählte. Die Ruine selbst schien aber gar nicht für Besucher geöffnet zu sein, denn wir kamen an einem verschlossenen Tor an. Unser Taxifahrer allerdings stieg schnell aus und schloss und mit einem versteckten Schlüssel auf. Als wir ihn darauf ansprachen, meinte er, dass er der einzige Taxifahrer hier ist, der das weiß, aber dafür brachte er den Leuten, die dort für die Verwaltung zuständig sind, eine Zweiliterflasche Cola mit. Leider hatten wir Pech und sahen an der Wasserstelle innerhalb des Ruinengeländes keine der Tiere, die hier oft trinken. Aber wir hatten dennoch eine nette kleine Erkundungstour dieser auch wieder kleineren, aber schönen Ruine und &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/2008046Hormiguero?authkey=kk8UBPdLvjE#slideshow&quot;&gt;machten eine Handvoll Bilder&lt;/a&gt; .</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-16T11:39:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259880/">
    <title>Mexiko zum Ersten</title>
    <link>http://geschehenes.twoday.net/stories/5259880/</link>
    <description>Meine Arbeitsmoral ist gerade ziemlich grottig - Anlass genug, um endlich von Mexiko zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise begann mit dem Flug nach Cancún. Beim Umsteigen in Mexico City hatten wir bereits ein erstes wunderliches Erlebnis als wir hintereinander drei verschiedene Gatenummern für den Anschlussflug bekamen, jeweils nachdem wir am gerade aktuellen Gate angekommen waren. Dass wir dabei immer noch einmal durch Sicherheitskontrollen mussten, war ebenfalls nicht wirklich verständlich, aber naja. Besonders albern war dann allerdings das Ankommen in Cancún, denn dort hatte die Einreisekontrolle ein besonderes technisches Feature. Links neben dem Beamten war eine Art Ampelapparat aufgestellt, an dem unten ein dicker, mechanischer Knopf angebracht war. Um durchgelassen zu werden, musste jeder auf diesen Knopf drücken - völlig ohne, dass das plausiblerweise irgend eine Auswirkung haben könnte. Fingerabdrücke kann man damit nicht abnehmen, dadurch wurde keinerlei Schranke hochgeklappt oder der Weg sonstwie frei gemacht und die Anzahl der Einreisenden so zu zählen wäre der Gipfel der Unpraktischkeit. Wir haben uns auf jeden Fall köstlich amüsiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cancún selbst ist in den 70ern als Touristenmoloch aus dem Boden gestampft worden und am Meer und in der Hotelgegend sieht es auch dementsprechend aus. Wir verbrachten ohnehin nur schnell eine Nacht dort in einem Hostel, um uns dann weiter auf den Weg nach Süden zu machen. Das Hostel war im Stadtzentrum und angenehmerweise weit entfernt von den schlimmsten Touristenmassen. Wir fanden beim Abendspaziergang ein kleines Café bei einem Platz, auf dem gespielt und getanzt wurde. Meine wieder zu einer Handvoll zusammengestammelter Phrasen verkümmerten Spanischkenntnisse haben trotzdem zum Bestellen genügt und die Atmosphäre an dem kleinen Platz war sehr schön und entspannt. Beim Frühstück am nächsten Morgen im Hostel trafen wir drei amerikanische Collegegirls, die, wie so viele US-Studenten, die Spring Break in Mexiko verbrachten. Als sie herausbekamen, dass wir aus Deutschland kommen, fragten sie uns über unsere Europareisen aus und wollten absurderweise wissen, ob wir das alles in einem großen Trip gemacht hätten. Wir hätten die einfach zurückfragen sollen, ob die ihre USA-Reisen auch alle am Stück gemacht haben und ansonsten Jahrelang nur zuhause waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus nach Playa del Carmen, das ebenfalls an der Karibikküste liegt. Ein befreundeter Mexikaner hatte mir gesagt, dass es dort ruhig und nicht ganz so touristisch wäre, doch diese Information stellte sich als verjährt heraus. Am Strand und in der Gegend in der Nähe war es wirklich sehr voll von Amerikanern - und ein paar Europäern. Wir kamen trotzdem sehr ruhig und nett unter und ich verbrachte so zum ersten Mal in meinem Leben (!) einen Nachmittag an einem Badestrand im Süden. Wir hatten uns das zwar beschaulicher vorgestellt, aber entspannt war es trotzdem. Von dort aus machten wir am nächsten Morgen den ersten von später mehreren Ausflügen zu alten Maya-Ruinen. Ein wenig weiter südlich sahen wir &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/2008041Tulum?authkey=A-Lm7onM6eQ#slideshow&quot;&gt;Tulum, das Ihr hier auf einigen Fotos sehen könnt&lt;/a&gt; . Die Ruinen dort sind um die 700 Jahre alt und von einer mehrere Meter dicken Mauer (beziehungsweise dem Meer im Osten) umschlossen. Am Strand, wo man sogar baden kann, steht eine große, eindrucksvolle Burg und auf einigen Gebäuden sind noch Reliefs erkennbar, die verschiedene Götter darstellen. Leider waren aber auch hier Wagenladungsweise andere Touristen angekarrt worden, sodass wir die Ruinen und deren beschauliche Lage am Meer zwar bewundern konnten, aber immer auch großen Reisegruppen ausweichen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf unserem Weg in den Süden der Halbinsel machten wir uns als nächstes nach Chetumal auf. Doch zuvor lernten wir eine dritte Tierart kennen, die uns auf dem gesamten Urlaub immer wieder begegnen sollte: Katzen, die beim Frühstücken in dem kleinen Hof neben unserer Unterkunft herzzerreißend um uns herumstromerten. Schon vorher hatten wir Leguane beobachten können und eine faszinierende Vogelart bemerkt, die eine unglaubliche Bandbreite aufgeregter Geräusche produzieren kann. Eine Zeit lang nannte ich die &quot;Mikrofonvögel&quot;, weil sie sich manchmal so anhörten, wie ein nicht richtig eingestecktes Mikrofon mit Rückkopplung. In Chetumal selbst war es allerdings nicht besonders aufregend. Die Touristeninformation hatte keinerlei Informationen über die Stadt selbst, ja noch nicht einmal einen Stadtplan, sondern war offensichtlich nur auf Durchgangstourismus eingerichtet. Die Innenstadt war eher langweilig und wir aßen am Abend in einem ziemlich spelunkigen Laden sehr schlechte Enchiladas. Vermeintliche Attraktion der Stadt ist ein Museum, in dem man etwas über die Maya lernen kann. Unser Reiseführer hatte allerdings völlig recht damit, dass es dort viel zu wenige Exponate gibt. Ganz oben gab es allerdings interaktive Spiele und Computerinstallationen, die das &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Vigesimalsystem&quot;&gt;Zahlensystem&lt;/a&gt; und den &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Maya_Kalender&quot;&gt;Kalender der Maya&lt;/a&gt; veranschaulichten. Nur die waren kaputt - alle. Trotzdem sind &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/2008042Chetumal?authkey=NR90w2jrMhY#slideshow&quot;&gt;hier ein paar Bilder aus Chetumal und dem dortigen Museum zu sehen&lt;/a&gt; , unter anderem von Original-Handschriften mit guten Beispielen für die Zahlen und Bilderzeichen.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-15T11:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259872/">
    <title>Davor und Danach</title>
    <link>http://geschehenes.twoday.net/stories/5259872/</link>
    <description>Viel ist passiert und lange habe ich nichts berichtet. Kilu hat mich wunderbarerweise ein zweites Mal hier besucht und mir eine herrliche Zeit geschenkt. Gemeinsam sind wir nach Mexiko gereist und haben uns nach allen Regeln der Kunst auf der Yucatàn-Halbinsel herumgetrieben. Doch auch vor und nach dieser Reise haben wir Berichtenswertes gemeinsam unternommen. Daher spanne ich Euch noch etwas auf die Folter und beginne erst damit. Doch Mexiko folgt auf dem Fuße - sobald ich es über all die während der urlaubsbedingt verpassten ersten Quarterwoche liegen gebliebene Lesearbeit schaffe. Aber versprochen ist versprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor unserem Abflug war es hier in Kalifornien sehr sommerlich und warm. Das hat gut zu dem langen Spaziergang durch den Botanischen Garten im Golden Gate Park in San Francisco gepasst, den wir geplant hatten. Es stellte sich sogar heraus, dass an dem Tag kostenlose Führungen von ehrenamtlichen Dozenten stattfanden, was wir natürlich nicht ausschlugen. Zwar hielt uns unser Führer zuerst für Besucher der nebenan stattfindenden anarchistischen Buchmesse, aber wir haben uns trotzdem hervorragend verstanden. Er war ohnehin eine beeindruckende Person: In den 80ern hat er seinen Job als Banker an den Nagel gehängt und arbeitet seitdem freiberuflich als Garden Coach, der Heimgärtnern Tipps und Hilfestellungen gibt. Bei seinem Wissen ist das mit Sicherheit Gold wert, denn er gab uns eine dreistündige Führung durch wirklich fast alles, was der Botanische Garten zu bieten hat. Ein besonderes Highlight dabei war, dass wir nicht nur sahen und rochen, sondern auch schmeckten. Bei den verschiedenen Früchtchen und Nektaren forderte er uns immer wieder auf Worte für die Geschmäcker zu finden, was ja bekanntlich nicht sehr einfach ist. Doch wir schlugen uns wacker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Führung gesellten sich auch andere Gartenbesucher zu uns, die uns ungläubig fragten ob das die Führung sei, die um soundsoviel Uhr losgegangen sei. Sie hätten nämlich eine Stunde später mit einer anderen Führung begonnen und die sei längst vorbei. Besonders eine Frau mit großem Hut konnte sich kaum einkriegen und lachte die ganze Zeit glücklich und laut über das, was wir erzählt bekamen. Das seien genau die Dinge, die sie sich beim ersten Herumgucken gefragt hatte, meinte sie. Dazu war unser Dozent auch noch ein hervorragender Unterhalter und einfach ein wahnsinnig angenehmer Typ. Mich versuchte er die ganze Zeit anzuspielen mit Redewendungen wie &quot;now, here&apos;s a philosopher&apos;s thing&quot; und er teilte Kilus Begeisterung für primitive Pflanzen. Ich kann jedem, der diesen Garten sehen will, nur heiß empfehlen, an einem vierten oder fünften Samstag eines Monats die Führung um 13:30 zu machen, denn die werden immer von ihm geleitet. Nebenbei ließ er fallen, dass er in der Universitätsklinik von Stanford eine Beintransplantation beider Beine (!) bekommen hat, von der man ihm bei keiner Bewegung auch nur eine Kleinigkeit ansieht. Ich weiß nicht, was mich mehr umgehauen hat: das oder die wundervollen Pflanzen. Wie auch immer - von den letzteren könnt Ihr &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/200803BotanischerGartenSanFrancisco?authkey=wUCzH_ee86Y#slideshow&quot;&gt;hier einige Bilder sehen&lt;/a&gt; , die wir an diesem tollen Sommertag machen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Reise nach Mexiko stand bei uns Biologisches auf dem Programm. Anderthalb Stunden südlich von hier liegt Monterrey, wo es ein wirklich tolles Aquarium gibt. Das ist zwar nicht billig und am Wochenende ziemlich voll, aber es gibt viele spannende Tiere aus dem und um das Meer herum zu sehen. Die Kraken, Quallen und Otter stachen allerdings weit gegen die Konkurrenz hervor. Erstere beiden wegen ihrer faszinierenden Farben und Formen und letztere wegen ihrer unermüdlichen Verspieltheit und Aktivität. Im Ottergehege waren Plastikbälle ausgelegt, in denen es Löcher gab, aus denen die Otter wiederum Fischstücke kriegen konnten. Dazu mussten sie aber so intensiv mit den Bällen spielen, herumtauchen und sich ständig schwimmend um sich selbst und die Bälle drehen, dass man sie einfach nur knuddeln wollte. Besonders für Kinder war das, wie so vieles andere hier, ein Traum. In anderen Teilen des Aquariums konnte man Rochen, Katzenhaie, Seegurken und anderes Getier anfassen und viel über die Tiere und Pflanzen und den menschlichen Einfluss auf deren Leben lernen. So viele begeisterte Kinder auf einem Haufen wie dort habe ich wahrscheinlich noch nie gesehen. Von den faszinierend farbenfrohen Lebewesen dort könnt Ihr &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/200804MonterreyBayAquarium?authkey=I8OugWdEqmk#slideshow&quot;&gt;hier eine Auswahl in unseren Bildern bewundern&lt;/a&gt; .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehe Kilu schließlich wieder in Richtung Berlin aufbrach, ließen wir es uns ziemlich dekadent gut gehen: Rui hatte uns einen gemeinsamen Abend in einem hervorragenden und ziemlich noblen Restaurant in Berkeley geschenkt, Chez Panisse. Dort bereitete uns das (feste) Abendmenü vokabularbedingte Verständnisprobleme und die Preise erschreckten uns ein wenig. Doch wir erlebten einen rundum perfekten lukullischen Hochgenuss mit einigen Dingen, die ich noch nie gegessen hatte - Kumquatsoufflet zum Beispiel. Dass Chez Panisse so einen guten Ruf hat, kann ich jetzt aber vollends verstehen. (Sogar in einem philosophischen Aufsatz,* den ich kürzlich gelesen habe, wird ein lobendes Urteil über dieses Restaurant als Beispielsatz benutzt!) Jeder Gang schmeckte vorzüglich, die Menge insgesamt stimmte genau und man konnte alles ausgiebig einzeln würdigen. Und dazu war die Atmosphäre zwar gepflegt, aber im (vermuteten) Vergleich zu deutschen Nobelschuppen sehr leger und unverkrampft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unseren letzten Abend verbrachten wir in einem Jazzclub in San Francisco, wo ein Quartett aus dem benachbarten Oakland eine CD vorstellte. Vertreten waren Schlagzeug, Bass, Vibraphon und Saxophon (beziehungsweise ab und an Klarinette). Das war nicht nur atmosphärisch schön, sondern auch musikalisch beeindruckend und ich habe mich einmal mehr davon überzeugen können, dass ich einfach viel zu wenig Ahnung von Musik habe. Mittlerweile bin ich wirklich ein wenig beim Jazz hängen geblieben und ich höre mir dauernd eine lokale Jazzradiostation an (&lt;a href=&quot;http://www.kcsm.org/jazz91/index.php&quot;&gt;KCSM&lt;/a&gt;, im übrigen sehr empfehlenswert und über das Internet zu empfangen, auch mit dem praktischen Programm &lt;a href=&quot;http://www.screamer-radio.com/&quot;&gt;Screamer Radio&lt;/a&gt; ). Gerade jetzt will ich aber mal wieder etwas mit Gitarren. Und dann lege ich mich nach einem langen Tag voller Philosophie endlich mit einer Lektüre in die Kiste, die mich persönlich anspricht und bereichert: mit Helge Schneiders neuem Buch &quot;Eine Liebe im Sechsachteltakt. Der große abgeschlossene Schicksalsroman von Robert Fork&quot; - ein Meisterwerk!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(* Wenn Ihr es genau wissen wollt: Es ist ein Aufsatz über Quantifizierung bei Robert Brandom, nämlich Tomberlin, James, 1997: Quantification: Objectual or Substitutional?, in: Philosophical Issues 8. Truth, S. 155-167. Wenn jemand das hier zum Anlass nimmt, den Text zu lesen, laßt es mich wissen. Das wäre wirklich zu komisch.)</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-10T11:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259867/">
    <title>New Mexico</title>
    <link>http://geschehenes.twoday.net/stories/5259867/</link>
    <description>Seit einer Woche ist die Vorlesungszeit vorbei und ich überarbeite gerade ein paar Kleinigkeiten an einem Paper. Vorletzte Woche hatte ich das in einem Seminar vorgestellt und sehr hilfreiches und recht positives Feedback dazu bekommen. Nun werde ich mal sehen, ob sich daraus nicht der Beginn meiner Magisterarbeit machen lässt. Aber das wird noch ein wenig warten müssen, denn in wenigen Tagen geht es auf nach Mexiko. Und es hat bereits ein wenig warten müssen, denn vor wenigen Tagen war ich in New Mexico. Hiervon will ich jetzt endlich erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am letzten Mittwoch flog ich nach Albuquerque im Norden New Mexicos, das übrigens zwischen Texas und Arizona an der Grenze zu (oh Wunder) Mexiko liegt. Am nächsten Tag sollte das Fulbright Seminar beginnen, weswegen es mich überhaupt in diese Gegend verschlagen hatte. Aber ich wollte noch ein wenig mehr Zeit dazu haben, auf eigene Faust herumzureisen. Die erste Station, Albuquerque, war allerdings nicht unbedingt berauschend. Downtown war stark von einem Gerichtsviertel geprägt und bis auf ein paar Wandmalereien eher langweilig anzusehen. In einer Art zweitem Zentrum, Old Town, gab es allerdings ein paar Museen, von denen eins, das Albuquerque Museum of Art and History, auch einige nette Bilder zeigte. Dafür war hier aber alles voll von Touristenlädchen, in denen ich mich an diversen Absurditäten ergötzen konnte. Den Abend verbrachte ich dann schließlich in meinem Hostel mit ein paar anderen Gästen, darunter auch ein schätzungsweise Vierzigjähriger, der recht schnell betrunken war und viel von einem Roman erzählte, den er in den Neunzigern veröffentlicht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Donnerstag machte ich mich wieder zum Flughafen auf, von wo aus wir gemeinsam zu unserem Seminar gekarrt werden sollten. Und natürlich war die erste Person, die ich dort traf, ein alter Bekannter aus Deutschland. Insgesamt waren fast 150 Leute aus über 70 verschiedenen Nationen da und wir alle wurden in einem ziemlich übertriebenen Hyatt-Hotel in einem Indianerreservat untergebracht. Jeden Tag musste man sein Bett unter einem Berg verschieden geformter Kissen hervorkramen und in der Lobby und auf den Toiletten lief eine Panflötenmusik, die ihren vermuteten Nutzen, Beruhigung, mehr als verfehlte. Dazu gab es einen Pool mit Rutsche und ein sündhaft teures Wellnessprogramm. Eine Broschüre hierfür war startegisch günstig neben der Toilette platziert und zeigte Preise von bis zu $600 für eine mehrstündige Rundumbehandlung. Auch wenn das für uns nicht inklusive war, konnte man es sich also ziemlich gut gehen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm hatte mit dem Repräsentativsystem hier in den USA zu tun, mit dem Präsidentschaftswahlkampf und damit, wie der Bundesstaat New Mexico regiert wird. Dazu gab es allerlei Vorträge und Diskussionen, Gastredner und einen Besuch im Plenarsaal, wo der New Mexico Senate tagt. Auch wenn dies zeitlich am prominentesten war, gefielen mir die anderen Programmpunkte besser. An einem Abend waren wir in Kleingruppen zum Abendessen bei ehemaligen Fulbrightern oder einfach nur international interessierten Leuten, die hier leben, eingeladen. Dort lernte ich eine Frau kennen, die lange Englisch als Zweitsprache unterrichtet hatte, unter anderem in Spanien, und die weiterhin sehr viel reist und künstlerisch aktiv ist - mit 76. Am nächsten Nachmittag gab es einen Ausflug nach Santa Fe, wo ich mir das (leider sehr überschaubare) Georgia O&apos;Keefe Museum ansah. Santa Fe war zwar ebenfalls sehr von Tourismus geprägt, aber viel gemütlicher und interessanter als Albuquerque.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das beste an dem Wochenende waren allerdings die Leute. Ich habe viele nette und eine Handvoll wirklich großartige Menschen kennengelernt, wir haben alle viel miteinander gefeiert und sehr wenig geschlafen. An einem Abend haben wir uns sogar vom kostenlos zur Verfügung stehenden Shuttleservice in ein Casino um die Ecke fahren lassen (Stichwort &quot;Indianerreservat&quot;), doch dort war es eher langweilig. Dafür war unser Abschlussabend wirklich großartig. Nach dem Abendessen gab es zunächst eine Vorstellung traditioneller indianischer Tänze und Gesänge, was mir weniger Spaß als eher ein sehr voyeuristisches Gefühl bereitete. Für danach war eine Talent Show angesetzt, was mir auch zuerst sehr unangenehm vorkam. Aber die Leute, die etwas vorführten, haben einfach alle nur ihren Spaß haben wollen und sind sehr gut angekommen. Es gab einem indonesischen Tanz mit zwei Bambusstäben, einen argentinischem A-Capella-Tango und einen Kriegstanz der Maori, dargeboten von einem sehr virilen neuseeländischen Ethnologen. Am Ende haben mich die anderen Deutschen dazu überredet, gemeinsam ein deutsches Lied zu singen. Das einzige, was wir alle konnten, war &quot;Auf der Mauer, auf der Lauer&quot; und ich bin sehr froh, dass nur wenige den Text verstehen konnten. Zum krönenden Abschluss stürmten wir geschlossen die Hotelbar und bescherten der an anderen Abenden wahrscheinlich sehr gelangweilten Jazz- und Bluesband eine Horde tanzender Studenten und uns allen einen wirklich rauschendes Abschlussfest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Seminar verbrachte ich noch zwei weitere Tage in Santa Fe, gemeinsam mit Jean, einem französischen Geographen. Wir kamen in einem eher schäbigen Hostel unter, wo wir an den Abenden sehr klischeehafte Gespräche zwischen anderen Rucksacktouristen hören konnten. Einer war seit sieben Jahren unterwegs und erzählte, wie er sich einige Zeit auf Hawaii nur von Obst ernährte und immer am Strand schlief. Für viele Andere schien das eine Art Lebenstraum zu sein und man ergoss sich in eher pubertären Aussteigerphantasien. Trotzdem hatten wir eine tolle Zeit dort und sahen beispielsweise noch ein anderes Museum, in dem Volkskunst aus vielen verschiedenen Ländern zu sehen war. Im Bus auf dem Weg dorthin hatten wir uns vorher kurz mit dem Fahrer unterhalten. Der erzählte, wie er vor wenigen Monaten noch mit seinem Sohn auf der Straße lebte und jetzt froh über seinen Job ist - etwas, was man so offen in Deutschland wohl nie zu hören bekäme. Allerdings meinte er auch, Barack Obama sei verrückt jetzt als Präsident zu kandidieren, weil er auf jeden Fall von einem Rassisten ermordet werden würde. Der Kerl meinte, er alleine würde dort über 100 Rassisten kennen. Das war gruselig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit anderen Leuten, die länger geblieben waren, machten wir am nächsten Tag sogar noch eine längere Wanderung im nahe gelegenen Bear Canyon in den Bergen. Am Beginn der Wanderstrecke gab es eine sehr amüsante Informationstafel, auf der die hier lebenden Tiere als &quot;coole Superhelden&quot; angepriesen waren. Die Landschaft dort war sehr neu für mich und sehr faszinierend: Steppen, dann Nadelbäume, Schnee und Kakteen. Wir kletterten und schlitterten oft mehr über den sehr schlecht befestigten Weg, bombardierten uns gegenseitig mit Tannenzapfen und hatten viel Spaß zusammen. Am Endpunkt unserer Wanderung haben wir dann statt einer einfachen Markierung gleich ein ganzes Grab unseres fiktiven Gefährten Joe hinterlassen, den wir dort leider hatten verzehren müssen... Zum Abschluss gibt es &lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/200803NewMexico?authkey=udIrVXcuQiY#&quot;&gt;hier einige Bilder zu sehen&lt;/a&gt;  (nicht nur von Joes Beerdigung).</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-21T12:34:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://geschehenes.twoday.net/stories/5259856/">
    <title>Verkorkstes und Vergessenes</title>
    <link>http://geschehenes.twoday.net/stories/5259856/</link>
    <description>Es ist wieder frühlingshafter hier und mein Fenster zur Kreuzung steht dementsprechend immer offen. In den letzten Tagen hat mich das auf eine etwas dickliche Frau aufmerksam gemacht, die wohl hier in der Gegend wohnt. Sie vertreibt sich die Zeit beim Warten an der (wirklich quälend langsam schaltenden) Ampel immer mit opererrettigem Trällern. Heute habe ich einen Autofahrer dabei beobachtet, wie er versuchte sein Autoradio auszuschalten als er sie hörte. Erst ihre angedeutete untermalende Gestik hat ihn davon überzeugt, dass das Radio gar nicht an war. Solche Dinge fallen mir auf, weil ich die letzten Tage fast nur zuhause verbracht habe. Ich war ziemlich krank und ziemlich mit einem Vortrag beschäftigt, der am Donnerstag ansteht. Jetzt bin ich aber wieder halbwegs auf dem Damm und was den Vortrag angeht auch auf der sicheren Seite. Daher kann ich hier von ein paar verkorksten und ein paar vorher vergessenen Dingen erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den letzteren gehören zwei eher besondere Einkaufserlebnisse. Vor zwei Wochen ist mein Laptop über den Jordan gegangen. Mutwilliges Abschalten, das auch beim Starten von der Recovery-CD und beim Formatieren der Festplatte nicht aufhört, ist wohl wirklich ein Zeichen für versagende Hardware. Immerhin ist er stolze vier Jahre alt geworden. Auf jeden Fall musste ich mich daher um einen neuen kümmern. Ich hatte das ja ohnehin vor, nur hätte ich mich sonst in aller Seelenruhe umgesehen. Aber in Anbetracht der studientechnischen Sachen, die ich ja im Grunde täglich brauche, habe ich mich einen Tag lang überall gründlich informiert und dann einen neuen gekauft. In dem Elektromarkt, wo mich schließlich das attraktivste Angebot hinlockte, hat mich einer dieser Kerle bedient, die wohl auf der ganzen Welt immer nur entweder Gebrauchtwagen oder Elektrogeräte verkaufen. (Kennzeichen: Schnurrbart, mittelmäßig gepflegte Kurzhaarfrisur, unregelmäßig in einer schlecht sitzenden Anzugshose steckendes weißes Hemd, ein genau zweidrittelfreundliches Lächeln und ein allgemein hemdsärmliger Eindruck.) Trotzdem habe ich zugeschlagen und den neuen Laptop todesmutig in meinem Rucksack mit dem Fahrrad über die Autobahnauffahrt balanciert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einkaufserlebnis Nummer zwei war gedacht um solche Aktionen in der nächsten Zeit zu vermeiden. Ich machte einen Vorratseinkauf als ich noch den Mietwagen von den Ausflügen mit Linda und Konni zur Verfügung hatte. In dem großen Safeways Supermarkt, wo ich oft hingehe, bin ich ja ohnehin immer deren diabolischer Vermarkungsstrategie ausgesetzt. Je mehr man auf Vorrat kauft, desto günstiger sind die Preise - besonders bei Dingen, die die offensichtlich gerade schnell loswerden wollen. Das fängt bei leckeren Smoothie-Drinks an (einer für $3,49, zwei für $5) und endet bei Coladosen: Nimm zwei Zwölfdosenpackungen und bekomme drei umsonst (ja, das sind dann 60 Dosen). Neben einer allgemeinen Grundmaßlosigkeit führte das in meinem Fall dazu, dass ich jetzt genug Toilettenpapier bis zu meiner Rückkehr nach Berlin habe. Eine Großpackung mit 24 Rollen sollte $9,98 kosten, aber zwei gab es für $10. Wahrscheinlich denken die Mitarbeiter dort jetzt, dass ich chronischen Durchfall habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krank wurde ich dann ja vor ein paar Tagen tatsächlich. Ich hatte ein kleines Geburtstags-Get-Together mit meinen Freunden organisiert. Wir wollten ein wenig Wein vom Weingut meiner Eltern probieren und danach vielleicht noch weiter in eine Kneipe ziehen, sowohl weil ich nichts Riesiges veranstalten wollte, als auch weil es mir unangenehm gewesen wäre Helens Wohnzimmer so lange in Beschlag zu nehmen. Obwohl ich schon vorher erkältet war und einige Leute leider doch absagen mussten, verschob ich den Abend aber dummerweise nicht. Das führte dann dazu, dass der Abend trotz der vielen netten Leute und guten Gespräche ein wenig verkorkst war. Und am nächsten Morgen war mein aufkommender Schnupfen zu einer fetten Erkältung geworden und das Durcheinander des letzten Abends musste ich mir zu allem Überfluss, wie man so schön sagt, wieder durch den Kopf gehen lassen. Daher habe ich zwei eigentlich sehr vielversprechende Kurssitzungen verpasst, viel Zeit verloren und im Grunde bis heute gebraucht um wieder einigermaßen gesund zu sein. Das ist mir ziemlich auf die Nerven gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Witzig war es aber, dass ich in dieser Zeit Post von Arnold Schwarzenegger bekommen habe. Es war zwar nur mein Führerschein mit standesgemäßem Sträflingsblick aber der Absender hat mich trotzdem zum Lachen gebracht. Nachdem meine Familie in den Flieger gestiegen war, hatte ich vor einigen Tagen nämlich auch endlich meine praktische Fahrprüfung hinter mich gebracht. Mit dem deutschen Führerschein darf ich hier zwar auch so fahren, aber nur für eine bestimmte Zeit. Zur Prüfung musste ich zwar trotz festem Termin mehr als anderthalb Stunden warten, aber ich habe das Herumkurven mit der grimmigen russischstämmigen Prüferin trotzdem gut über die Bühne gebracht. Viel länger hätte ich ihr oberlehrerhaftes Abfragen wunderlicher Dinge während der Fahrt aber auch nicht ausgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Abschluss hier noch eine Anekdote über Werner Herzog. Der hat Stanford Anfang der Woche besucht und abends wurden zwei seiner Filme gezeigt. Ich sah Grizzly Man, einen verstörenden, aber sehr interessanten Film, und habe mir danach die Podiumsdiskussion mit ihm angesehen. Ich hatte noch nie erlebt, wie jemand so systematisch auf keine einzige Frage wirklich eingehen kann und einfach ausschließlich assoziativ selbstdarstellerische Dinge erzählt. Das Highlight war die Geschichte von einem Filmfestival in Amsterdam, die er irgendwann raushaute. Herzog wurde von anderen Filmemachern vorgeworfen, er inszeriere so viel, dass es gar kein cinéma vérité mehr sei (was auch immer das jetzt ganz genau ist). Seine stolz wiedererzählte Antwort war &quot;Dann sei dem so. Willkommen im 21. Jahrhundert, ihr Loser!&quot;</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 .david.</dc:rights>
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    <title>Delphine und der Erdbeerschorsch</title>
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    <description>Gestern habe ich meine Mutter Konni und meine Schwester Linda zum Flughafen gebracht. Sie hatten mich hier fast zwei Wochen lang besucht und teils mit mir, teils alleine viel Schönes erlebt. Ich selbst bin dementsprechend schmalspurig mit dem Studieren umgegangen, bin jetzt, da sie weg sind, aber auch nicht sonderlich konzentrierter und produktiver. Das gibt mir aber immerhin Gelegenheit zu erzählen was alles passiert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An deren ersten Tagen hier habe ich Linda und Konni die standesgemäße Campusführung verpasst, ihnen mein Zimmer gezeigt und wir haben uns mit Helen getroffen. Die beiden waren vom Flug aber noch recht zerknautscht, vor allem weil sie einen Steward erwischt hatten, der definitiv seinen Beruf verfehlt hat. Dass sie, wenn der ihre Bitte nur mit einem Meckern kommentierte, zum Getränkeholen immer über einen dicken pennenden Kerl neben sich klettern mussten, hat die Situation perfekt gemacht. (Immerhin war wohl der Rückflug besser. Dennoch ist die angeblich so serviceorientierte Lufthansa bei mir jetzt ziemlich unten durch.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem ich drei Tage mit Studieren in in Palo Alto und die beiden drei Tage mit dem Erkunden San Franciscos verbracht hatten, machten wir uns zu einem längeren Wochenendausflug auf den Weg. Die erste Station dabei war Santa Barbara, wo wir nach einem langen Fahrttag mit einer schönen Strandpause ankamen. Kurz vor Toresschluss hechteten wir in die Mission Santa Barbara, eine der vielen Missionskirchen, die ein Spanischer Franziskanermönch hier in Kalifornien im 18. Jahrhundert hinterließ. Im nahe gelegenen Ventura konnten wir am nächsten morgen noch eine zweite dieser Kirchen sehen. Der mediterrane Stil und die Einschläge der indianischen Ureinwohner haben mir sehr gut gefallen, auch wenn die Missionsgeschichte dahinter natürlich nicht besonders rühmlich ist. Nach einem gemütlichen Abendspaziergang durch ein touristisch-pittoreskes Santa Barbara schlugen wir uns den Bauch mit mexikanischem Essen voll. Als Nachtisch bekamen wir ungefragt kleine warme Teigtaschen mit Honig, die einfach nur köstlich waren. Wie die heißen habe ich aber natürlich wieder vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag setzten wir mit der Fähre in den &lt;a href=&quot;http://www.nps.gov/chis/&quot;&gt;Channel Islands National Park&lt;/a&gt; über, eine kleine Inselgruppe vor der kalifornischen Küste. Dort gibt es viele einzigartige Tier- und Pflanzenarten und man kann in der Winterzeit Wale bei der Wanderung nach Süden beobachten. Dabei hatten wir zwar kein Glück, aber auf beiden Überfahrten begegneten uns große Schwärme von Delphinen, die mit unserem Schiff schwammen und fröhlich planschten. Das waren wirklich tolle Erlebnisse. Auf Santa Cruz Island wanderten wir über sonnige, grasbedeckte Hügel und genossen die Abgeschiedenheit und Ruhe sehr. Einem Freizeitranger, der im &quot;richtigen Leben&quot; Notar ist und wohl gerne viel redet, verdanke ich das Wissen, dass schon vor über 1000 Jahren auf dieser Insel von den dort lebenden Chumash eine internationale Währung fabriziert wurde. Nur hier auffindbare Muscheln wurden mit aus ebenfalls nur hier auffindbarem Gestein gefertigten kleinen Bohrern bearbeitet und so in Geld verwandelt, das man bis tief nach Mexiko und bis weit über die Rocky Mountains verwenden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://picasaweb.google.de/david.twoday/20080215ChannelIslands?authkey=j_1yzXqQkzQ#slideshow&quot;&gt;Hier gibt es einige Bilder von unserer Fahrt zu sehen&lt;/a&gt;, die danach in Richtung Las Vegas weiterging. Unterwegs hatten wir viel Spaß mit Axel Hackes Hörbüchern über das &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Verh%C3%B6rer&quot;&gt;Verhören von Liedtexten und Ähnlichem&lt;/a&gt;. Die Geschichte von einem kleinen Jungen, der aus der Schule kam und der Mutter berichtete, am nächsten Tag käme der Erdbeerschorsch um alle zu filmen, hatte es uns besonders angetan. (Es war der Erzbischhof gemeint, der zum Firmen kommen sollte.) Nach der Motelnacht in Barstow frühstückten wir nämlich in einem ziemlich typischen amerikanischen Diner und Lindas Pancake-Erdbeer-Monster mit Rührei und Speck schrie geradezu nach diesem Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Las Vegas kannte ich ja bereits und wir machten dort das bekannte Programm: viel herumlaufen, staunen und sich wundern. Zwei Anekdoten kommen aber zu meinem Bild von dieser Stadt hinzu: Am Mittagsbüffet sprach mich eine der dort gerade herumwuselten High-School-Schülerinnen mit &quot;Caroline&quot; an und erschreckte sich richtig als sie mich ganz sah. Für meine eigentlich nett gemeinte Bemerkung, ich hätte eben einen &quot;misleading hairstyle&quot;, hatte sie nur ein beschämtes Kichern übrig. Noch besser wurde es aber als wir abends müde mit der Monorail zum Hotel zurückfuhren und dort mit halbdebilen Durchsagen zugemüllt wurden, die ich nicht für mich behalten kann. In Anspielung auf die Namen der Casinos wurde man beispielsweise darauf aufmerksam gemacht, wie schnell die Monorail einen von Paris über Venedig in die Sahara bringt. &apos;Gewaltsamer Humor&apos; nenne ich sowas. Doch das Highlight war: &quot;Welcome to the Las Vegas Monorail, from the Latin &apos;mono&apos;, meaning &apos;one&apos;, and &apos;rail&apos; for, well, rail!&quot; Belehrend eine altgriechische Vorsilbe im Lateinischen finden zu wollen, ist ja schon peinlich genug, aber der &apos;rail&apos;-heißt-&apos;rail&apos;-Klopper danach hat mir den Rest gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst auf unserer Rückfahrt wurde uns klar, dass an einem Feiertag nach einem langen Wochenende aus Las Vegas nach Kalifornien nicht nur wir unterwegs waren. Um es kurz zu machen: Wir verbrachten 14 Stunden im Auto und ich war danach ordentlich matschig. Als wir es am Ende aber doch sicher zurück geschafft und uns ausgeschlafen hatten, gönnten wir uns, um mein erstes Vierteljahrhundert zu begießen, am nächsten Tag ein hervorragendes und ziemlich dekadentes Abendessen und zogen gemeinsam durch die Haight Street in San Francisco. Ehe es für Linda und Konni dann wieder nach Hause ging, erkundeten sie noch einige weitere Ecken der mittlerweile wieder regnerischen Stadt und ich versuchte mich immer mal wieder mehr schlecht als recht ums Studieren zu kümmern. Helen hat übrigens vorgestern eine ein Meter lange Ratte aus gefärbten Marshmallows hergestellt und sie anlässlich des Jahrs der Ratte, das seit dem chinesischen Neujahr gilt, auf eine Institutsparty in Stanford mitgeschleift. Diese Frau ist einfach klasse.</description>
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